Wellpappe-Industrie zieht Bilanz

Österreichische Wellpappe-Branche zieht Bilanz

Wellpappe = Kreislaufverpackung Nr. 1 – EU-Verpackungsverordnung– Österreichische Post AG setzt auf nachhaltige Lösungen für E-Commerce – Wirtschaftliche Herausforderungen

29. April 2024 – Österreichs wichtigste Transportverpackung war auch 2023 wieder Wellpappe. Nachhaltige Verpackungen spielen eine immer wichtigere Rolle. Über zwei Drittel aller in Österreich hergestellten Waren werden in faserbasierter Wellpappe verpackt. „Wellpappe ist ein zentraler Bestandteil unserer Lieferketten und das Material ist perfekt darauf abgestimmt“, sagt Stephan Kaar, Sprecher des Forum Wellpappe Austria.

Die heimische Wellpappe-Industrie blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. 2023 war geprägt von hohem Kostendruck, geringer Konsumlaune, Zurückhaltung bei Investitionen und einer weiterhin hohen Inflation. „Überrascht hat, dass das traditionell stärkere vierte Quartal keine Entspannung gebracht hat“, so  Kaar. Beim mengenmäßigen Absatz verzeichneten die im Forum Wellpappe Austria organisierten Unternehmen im Jahr 2023 mit 740 Millionen Quadratmeter gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 11,2 Prozent. Beim Umsatz erzielten die heimischen Wellpappe-Unternehmen 2023 ein Minus von 16,5 Prozent: gesamt waren es 548,7 Millionen Euro. „Die Hoffnung liegt jetzt auf einer wirtschaftlichen Erholung ab dem dritten beziehungsweise vierten Quartal,“ sagt Forumssprecher Kaar. Für 2024 rechnet die Branche mit einem leichten Plus von rund zwei Prozent.

Franz GRAFENDORFER (Forum Wellpappe Austria), Peter UMUNDUM (Vorstandsdirektor für Paket & Logistik, Österreichische Post AG), Stephan KAAR (Sprecher Forum Wellpappe Austria) ©com_unit/APA/L. Schedl

EU-Verpackungsverordnung PPWR

Eine neue EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) ist derzeit auf der Zielgeraden. Mit der PPWR will die EU die Verpackungsmengen in Europa verringern und die Kreislaufwirtschaft stärken. „Als heimische Wellpappe-Industrie begrüßen wir die Annahme des aktuellen Textes im Plenum des Europäischen Parlaments und warten auf eine endgültige Genehmigung durch den Rat. Die EU erkennt damit an, dass das vorbildliche System des Wertstoffkreislaufs von Papier, Wellpappe und Karton ökologische Vorteile bietet und ein wichtiger Bestandteil des funktionierenden Binnenmarktes ist,“ kommentiert Branchensprecher Kaar diese vorläufige Entscheidung.

„Die österreichische Wellpappe-Industrie ist ein stabiler und attraktiver Arbeitgeber“, sagt Franz Grafendorfer vom Forum Wellpappe Austria. Die Unternehmen der Branche bieten zukunftsorientierte Ausbildungsmöglichkeiten und langfristige Perspektiven in großer Vielfalt, sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich.  „Trotz deutlich steigender Personalkosten setzen wir als Unternehmen alles daran, die Fachkräfte im Betrieb zu halten“, so Grafendorfer. Die Zahl der Beschäftigten ist mit rund 1.600 Mitarbeiter*innen konstant geblieben. Jahr für Jahr bilden die heimischen Wellpappe-Unternehmen rund 60 Lehrlinge in 14 verschiedenen Lehrberufen aus, ein Drittel davon sind weiblich.

Auch die Österreichische Post setzt auf nachhaltige Verpackungen. Mit „Post Loop“ bietet sie für Online-Händler:innen wiederverwendbare Verpackungen aus Wellpappe an. „Nachhaltigkeit ist uns ein ganz besonderes Anliegen. Neben der CO2-neutralen Zustellung in Österreich, der größten E-Flotte des Landes und einer grünen Bauweise der neuen Logistikstandorte, spielt das Thema wiederverwendbare Verpackung eine große Rolle“, erklärt Peter Umundum, Vorstandsdirektor für Paket und Logistik, Österreichische Post. „Wellpappe ist dabei ein ideales Verpackungsmaterial, um den Online-Handel noch nachhaltiger zu gestalten“.

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