Produktion

Wellpappeanlage (WPA)

Wellpappe entsteht in einer Wellpappenanlage (WPA) aus Papierbahnen, Hitze, Stärkeleim und Luft . Die Maschine ist bis zu 180 Meter lang, die Produktionsgeschwindigkeit beträgt rund 450 Meter pro Minute. Die Wellenbildung erfolgt in der Nasspartie: Eine glatte Papierbahn wird vorgewärmt (ca. 180 °C), mit Nassdampf (2 bar) befeuchtet und durch beheizte Riffelwalzen (Chrom-Molybdän-Stahl) gezogen. So entsteht die charakteristische Welle – Profile wie C (4 mm hoch), B (3 mm) oder E (1,5 mm) für unterschiedliche Steifigkeiten.

WPA © Gerald Lampe, foto:hölzen GmbH, Dinklage
WPA © Gerald Lampe, foto:hölzen GmbH, Dinklage

Die perfekten Wellen

Im nächsten Arbeitsschritt werden die Wellenspitzen präzise mit Stärkeleim (natürlich, recyclingfreundlich) bestrichen. Moderne Leimwalzen sorgen für gleichmäßigen Auftrag, ohne Verschwendung. Anschließend werden eine oder zwei glatte Deckenpapiere (innen/außen) unter  Hitze und Druck (Presswalze oder Pressgurt) auf die Welle aufgepresst. Das ergibt ein- oder mehrlagige Wellpappe. Zwischen Heizplatten (Trockenpartie) härtet der Leim aus. Am Ende schneiden Längs-/Quermesser (oft Duplex) die Bahn in Bögen, rillen für Falzen und stapeln sie computergesteuert. Mehrlagen-Wellpappe wiederholt diesen Zyklus für höhere Belastbarkeit.

Riffelwalze © BHS

Druckverfahren

Wellpappe lässt sich ein- bis achtfarbig bedrucken. Ideal als Werbeträger für Verpackungen, Displays und Transportbehälter. Je nach Auflage und Anforderung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz.​

Beim Offsetdruck werden bedruckte Kartonbögen auf einseitige Wellpappe kaschiert, getrocknet, gestanzt und geklebt. Lichtempfindliche Platten werden befeuchtet, gewalzt und über ein Gummituch übertragen.

Beim Flexo(direkt)druck werden erhabene Klischees aus Kunstharz mit flüssiger Farbe gedruckt, die schnell trocknet. Pre-Print bedeutet: Das Deckenpapier wird vor der Wellenherstellung bedruckt. Perfekt für Millionenauflagen mit scharfen Rastern. Post-Print druckt die fertige Wellpappe direkt auf Inline-Maschinen.​

Siebdruck ist ideal für große Flächen und kleine Serien wie Displays: Ein belichtetes Sieb presst dicke Farbe durch offene Stellen hindurch. Das Ergebnis: Satt, deckend und einfach an der Luft trocknend.​

Beim Digitaldruck benötigt man keine Platten und keine Umrüstzeit: Laserdrucker arbeiten rein digital mit sofort trocknenden UV-Farben. Ein Plotter schneidet die Verpackungsform exakt aus. Perfekt geeignet für Prototypen oder Sonderwünsche.​ Und die Veredelung macht’s edel: Mit Lack, Metallic-Folien, Gold/Silber oder Prägungen entstehen auf Wellpappe Luxus-Effekte. Natürlich alles voll recyclingfähig.

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